Es ist kompliziert. Oder doch nicht?

Vieles, was wir als komplex bezeichnen, ist eher kompliziert. Und umgekehrt. Der Unterscheid kann aber oft entscheidend sein.

Alleine die Tatsache, dass wir häufig nicht zwischen kompliziert und komplex unterscheiden (können), macht das Thema so spannend. Wo liegen die gefühlten und tatsächlichen Unterschiede und wie beeinflussen sie unsere Entscheidungen?

Ein Jumbojet besteht aus über drei Millionen Einzelteilen. Das macht ihn für einen Laien kompliziert. Ein Flugzeugtechniker hingegen verfügt über das notwendige Wissen, so ein Fluggerät zu erklären und zu reparieren. Die Funktionen lösen im Normalfall immer die gleichen Ereignisse aus und solange alles funktioniert, gibt es keine Überraschungen. Somit gilt, dass Kompliziertes mit ausreichend Wissen beherrschbar ist.

Komplex sind in der Regel Systeme, bei denen man mit Sicherheit laufend mit Überraschungen rechnen muss. Unzählige Möglichkeiten und Variablen machen ein Beherrschen sehr schwierig. Das gilt für das Wetter ebenso, wie für alle Systeme, in denen Menschen Entscheidungen treffen. Abteilungen, Gruppen und Teams sind immer komplexe Systeme, das gilt selbst für die kleinste Einheit von zwei Personen. Alle Handlungen und auch Nichthandlungen, Worte und Gesten beeinflussen das System unvorhersehbar. Und je größer die Vielfalt, desto mehr Überraschungen und desto höher die Komplexität.

Komplizierte Aufgaben können wir mit einem ausreichenden Maß an Wissen über die Zusammenhänge und deren logische Auswirkungen lösen. Bei komplexen Aufgaben müssen wir in der Lage sein, Unvorhersehbares einzukalkulieren, Abweichungen zu beobachten, um neue Entscheidungen treffen zu können und die chaotischen Zustände einem dynamischen Ordnungssystem zuzuordnen. Oder anders gesagt: Setzen Sie das durch ihre Erfahrung gesammelte Können so ein, dass sie immer mehr in der Lage sind, im Nebel auf Sicht navigieren zu können.

Klingt kompliziert? Ist es nicht!

Tom Stadlmeyr

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